Wu Qingfeng: Albumtitel nach chinesischem Markenrecht für nichtig erklärt

Zusammenfassung

Die chinesische Nationale Behörde für Geistiges Eigentum bestätigte die Ungültigerklärung von zehn durch „Explosion Plan" angemeldeten Marken und entschied, dass der Albumtitel „Mallarmé's Tuesdays" ein geschütztes älteres Recht darstellt. Die Entscheidung bekräftigt, dass bekannte kreative Titel einen eigenständigen kommerziellen Wert besitzen und nicht von Dritten registriert werden dürfen, wenn sie die Öffentlichkeit hinsichtlich einer Befürwortung irreführen. Dieser Präzedenzfall stärkt den rechtlichen Markenschutz für Merchandising-Rechte im chinesischen IP-Umfeld.

Die Schnittstelle zwischen kreativem Ausdruck und kommerziellem Schutz ist zu einem Schwerpunkt im Recht des geistigen Eigentums geworden. Für Unternehmen in den Bereichen Unterhaltung, Medien und Kultur lautet die entscheidende Frage, ob Titel kreativer Werke – wie etwa Filme oder Musikalben – als geschützte ältere Rechte nach dem Markenrecht qualifiziert werden. Jüngste administrative Entscheidungen in China bestätigen dies, sofern spezifische strenge Kriterien erfüllt sind.

Dieser Rahmen wurde kürzlich in Nichtigkeitsverfahren bezüglich Marken geklärt, die mit Mallarmé's Tuesdays assoziiert sind, dem dritten Soloalbum des Sängers und Songwriters Wu Qingfeng. Das Ergebnis schafft einen Präzedenzfall für den Schutz kreativer Vermögenswerte vor opportunistischen Markenanmeldungen.

Die rechtliche Grundlage: Ältere Rechte und Merchandising-Rechte

Artikel 32 des Markengesetzes der Volksrepublik China verbietet die Eintragung von Marken, die ältere Rechte Dritter verletzen. Historisch interpretierten Gerichte und das China National Intellectual Property Administration (CNIPA) den Begriff „ältere Rechte" eng und beschränkten sie auf traditionelle Vermögenswerte wie Firmennamen, Urheberrechte und Namensrechte natürlicher Personen.

IP Defender risikofrei testen

Die Expansion der Warenwirtschaft deckte jedoch eine Schutzlücke auf. Verletzer begannen, Titel bekannter Filme, audiovisueller Werke und Figurennamen als Marken eintragen zu lassen. Diese Titel entwickelten sich über reine Herkunftshinweise für kreative Werke hinaus zu eigenständigen Symbolen mit erheblichem kommerziellen Wert, oft bezeichnet als „Merchandising-Rechte".

Die Rechtsprechung passte sich an, um diese Diskrepanz durch wichtige Meilensteine zu adressieren:

  • Der Fall „Harry Potter" von 2005: Das Markenamt erkannte an, dass der Titel eines fremdsprachigen Werks ein älteres Recht darstellen kann, wenn er „in China bekannt" ist.

  • Der Fall „007 James Bond" von 2011: Das Oberste Volksgericht von Peking erkannte formell „Merchandising-Rechte" für Figurennamen an und bestätigte, dass ihr kommerzieller Wert aus erheblichen Arbeits- und Kapitalinvestitionen resultiert. Diese Entscheidung diente als leitender Präzedenzfall des Obersten Volksgerichts.

Diese Urteile führten zu politischen Überarbeitungen und etablierten einen Dreielemente-Test für den Schutz: Reputation, kommerzieller Wert und Assoziation. Nach den aktuellen Richtlinien qualifiziert sich ein Werktitel oder Figurenname für den Schutz gemäß Artikel 32, wenn er ein hohes Maß an Reputation erlangt hat und seine Verwendung als Marke geeignet ist, die Öffentlichkeit hinsichtlich einer endorsement oder Lizenzierung irrezuführen.

Fallstudie: Die Nichtigkeitserklärung von „Mallarmé's Tuesdays"

Diese Prinzipien wurden in Nichtigkeitsverfahren auf die Probe gestellt, die von Wu Qingfeng gegen zehn Markenanmeldungen eingeleitet wurden, die von der Explosion Plan (Hainan) Enterprise Management Consulting Co., Ltd. eingereicht worden waren.

Der Kontext

Wu Qingfeng veröffentlichte Mallarmé's Tuesdays am 30. September 2022. Zwischen der Veröffentlichung und Juni 2023 reichte Explosion Plan mehrere Anmeldungen für die Marke „Mallarmé's Tuesdays" in verschiedenen Klassen ein, darunter Klasse 35 (Werbung und Unternehmensführung), Klasse 33 (alkoholische Getränke), Klasse 14 (Schmuck) und Klasse 3 (Kosmetika). Neun dieser Anmeldungen wurden zur Eintragung genehmigt.

Nach Entdeckung der Einreichungen leitete das Rechtsteam von Wu Qingfeng Nichtigkeitsverfahren gegen die eingetragenen Marken ein. Die zentrale Herausforderung bestand darin, nachzuweisen, dass der Albumtitel ein schutzfähiges älteres Recht darstellte, obwohl Wu zuvor keine Marken für den Titel in Festlandchina hatte eintragen lassen.

Rechtsstrategie und Beweismittel

Die Strategie konzentrierte sich darauf zu beweisen, dass „Mallarmé's Tuesdays" die Kriterien für den Schutz als Titel eines Musikwerks gemäß Artikel 32 erfüllte. Das Argument stützte sich auf drei Säulen:

  1. Identität: Die angegriffene Marke war identisch mit dem bekannten Titel des Musikwerks des Klägers.

  2. Reputation und Einfluss: Das Werk erlangte hohe Reputation in der relevanten Öffentlichkeit, die über die künstlerische Wertschätzung hinausging und kommerziellen Einfluss auf verwandte Waren und Dienstleistungen ausübte.

  3. Verwechslungsgefahr: Es bestand eine stabile Eins-zu-eins-Assoziation zwischen dem Werk und Wu Qingfeng. Die Eintragung solcher Marken durch einen Dritten war geeignet, die Öffentlichkeit irrezuführen und den Glauben zu erwecken, die Waren seien vom Künstler autorisiert oder mit ihm verbunden, wodurch kommerzielle Chancen usurpiert würden.

Die Untermauerung dieser Ansprüche erforderte umfassende Beweismittel:

  • Verbreitungsdaten: Abspielzahlen und Kennzahlen zur Fan-Interaktion, die eine breite Reichweite demonstrieren.

  • Kommerzielle Auswirkungen: Verkaufsdaten und Bewertungsseiten, die den Einfluss des Albums hervorheben.

  • Validierung durch Dritte: Auszeichnungen und Medienberichte, die die stabile Zuordnung zwischen Titel und Künstler bestätigen.

  • Absicht des Registranten: Unternehmensunterlagen, die zeigen, dass der Antragsgegner zahlreiche Marken eingereicht hat, die mit bekannten Titeln identisch sind, was auf ein Muster der Ausnutzung des guten Rufs anderer hindeutet.

Die Entscheidung

Das CNIPA gab allen neun Nichtigkeitsanträgen statt. Die Verwaltungsbehörde begründete dies damit, dass die Beweise zeigten, dass „Mallarmé's Tuesdays" vor den Anmeldedaten der angegriffenen Marken der relevanten Öffentlichkeit bekannt geworden war. Die Reputation und der damit verbundene kommerzielle Wert waren direkte Ergebnisse der kreativen Arbeit und Investition von Wu Qingfeng. Folglich verstieß die Eintragung der angegriffenen Marken gegen Artikel 32, indem sie die älteren Merchandising-Rechte des Klägers verletzte.

Auswirkungen auf Unternehmen und Markenstrategie

Das Urteil unterstreicht mehrere kritische Lehren für Unternehmen, insbesondere in den kreativen Branchen:

1. Titel als Vermögenswerte

Ein bekannter Werktitel ist ein kommerzieller Vermögenswert mit eigenständigem rechtlichem Schutz. Unternehmen müssen erkennen, dass Titel, sobald sie mit erheblicher Reputation etabliert sind, Dritte daran hindern können, sie als Marken in verwandten oder sogar nicht verwandten Klassen einzutragen, wenn eine Verwechslungsgefahr besteht.

2. Die Bedeutung von Überwachung und frühem Handeln

Der Fall hebt die Notwendigkeit einer proaktiven Markenüberwachung hervor. Das Team von Wu Qingfeng handelte umgehend nach Entdeckung der Anmeldungen. Für Unternehmen ermöglicht die Einrichtung eines robusten Systems, um eine Marke überwachen lassen zu können, die frühzeitige Erkennung von Markenschutzverletzungen oder opportunistischen Anmeldungen und erlaubt rechtliche Interventionen, bevor Marken eingetragen werden. Dies ist ein wesentlicher Aspekt des effektiven Markenschutzes.

3. Beweise sind von größter Bedeutung

Der Erfolg in solchen Nichtigkeitsverfahren hängt von einer umfassenden Beweissammlung ab. Unternehmen müssen nicht nur Verkäufe und Publicity dokumentieren, sondern auch die Anerkennung durch Dritte und die Stärke der Assoziation zwischen Titel und Schöpfer. Diese Daten bilden das Fundament für den Nachweis von „älteren Rechten" und „Reputation". Eine professionelle Markenrecherche und -überwachung liefert hierfür oft die notwendigen Grundlagen.

4. Klarheit im Markenschutz

Für Kreative und Marken unterstreicht dieser Fall den Wert, neben dem Urheberschutz auch Markeneintragungen für Titel zu sichern. Obwohl der Rechtsrahmen einen Schutz ohne Eintragung ermöglicht, beseitigt die proaktive Eintragung von Marken Mehrdeutigkeiten und reduziert die Beweislast in potenziellen Streitigkeiten. Bei der Planung sollten Unternehmen daher auch die Markenüberwachung Kosten als Investition in die langfristige Sicherheit ihrer Assets betrachten.