China überholt das Markenrecht mit verschärfter Durchsetzung

Zusammenfassung

China führt zum 1. Januar 2027 eine umfassende Reform seines Markenrechts ein – die erste vollständige strukturelle Überarbeitung seit Inkrafttreten des Gesetzes. Diese gesetzliche Aktualisierung erweitert den rechtlichen Rahmen und verlagert den Fokus von einer passiven Registrierung hin zu einer aktiven Durchsetzung, um Markeninhabern ohne echte Nutzungsabsicht (Trademark Squatting) durch strenge Anforderungen an die Nutzungsbereitschaft effektiv entgegenzuwirken. Die überarbeiteten Vorschriften verkürzen die Widerspruchsfristen auf zwei Monate und stärken den Schutz bekannter Marken in allen Rechtsbereichen. Die Behörden können nun von Amts wegen Marken wegen Nichtbenutzung löschen und hohe Geldbußen gegen bösgläubige Akteure verhängen. Diese Änderungen zwingen multinationale Unternehmen dazu, ihre IP-Strategien an tatsächliche geschäftliche Aktivitäten anzupassen und lückenlose Nachweise über die Markennutzung vorzuhalten.

Die Volksrepublik China führt eine umfassende Überarbeitung ihres Markengesetzes durch, die am 1. Januar 2027 in Kraft tritt. Diese gesetzgeberische Aktualisierung markiert die erste vollständige strukturelle Revision seit Inkrafttreten des Gesetzes und erweitert den Rahmen von acht auf neun Kapitel mit insgesamt siebenundachtzig Artikeln. Für multinationale Konzerne und inländische Unternehmen signalisieren diese Änderungen eine erhebliche Verschärfung der Standards für geistiges Eigentum. Der Fokus verschiebt sich dabei von einer passiven Registrierung hin zu aktiver Durchsetzung und einer prüfenden Betrachtung der Nutzungabsicht.

Das neue Regime priorisiert Authentizität und geschäftliche Realität. Es stellt die traditionelle „First-to-File"-Strategie in Frage, die lange Zeit die chinesische Praxis im Bereich des geistigen Eigentums dominiert hat, und zwingt Unternehmen dazu, ihre Markenportfolios an echte operative Bedürfnisse anzupassen. Für Rechtsabteilungen und Markenmanager bedeutet dies eine Evolution der Strategien für Markenüberwachung und Registrierung: weg von reaktiven Anmeldungen hin zu einem proaktiven Management von Nachweisen.

Strenge Registrierungsstandards und Anforderungen an die Nutzungsabsicht

Markenpiraterie – die Praxis, Marken in der Erwartung zu registrieren, sie später an die legitimen Inhaber zu verkaufen – stellte historisch gesehen ein beständiges Risiko auf dem chinesischen Markt dar. Das geänderte Gesetz zielt explizit auf dieses Verhalten ab, indem es strenge Anforderungen hinsichtlich der Nutzungsabsicht einführt. Anmeldungen, denen es an einer Nutzungsabsicht mangelt oder die den Bedarf normaler Geschäftstätigkeiten offensichtlich überschreiten, werden künftig nicht mehr registriert.

Marke überwachen lassen

Diese Verschiebung erfordert von Anmeldern, zum Zeitpunkt der Einreichung eine bona fide (gutgläubige) Verpflichtung gegenüber ihren Marken nachzuweisen. Gleichzeitig wurde die Definition der eintragungsfähigen Elemente erweitert, um dynamische Marken und Kombinationen daraus einzuschließen. Diese Änderung trägt der Nachfrage der digitalen Wirtschaft nach bewegungsbasiertem Branding im E-Commerce und in sozialen Medien Rechnung und stellt sicher, dass moderne Marketingassets rechtlichen Schutz erhalten.

Der Zeitrahmen für Widersprüche gegen unbefugte Registrierungen wurde ebenfalls beschleunigt. Die Widerspruchsfrist beträgt nun nur noch zwei Monate nach der Veröffentlichung, eine Reduzierung gegenüber den bisherigen Standards. Dieses kürzere Fenster verlangt von Unternehmen, robuste Frühwarnsysteme zu etablieren, um potenzielle Verletzungen unmittelbar bei Veröffentlichung zu identifizieren und so den Spielraum für Fehler in den Erkennungszeiträumen zu minimieren. Wer seine Marke überwachen lassen möchte, muss daher auf höchste Geschwindigkeit setzen.

Erweiterter Schutz für bekannte Marken

Das Konzept der „bekannten" Marke wurde in mehreren Rechtsbereichen präzisiert und gestärkt. Der Schutz für nicht eingetragene bekannte Marken erstreckt sich nun über eingetragene Marken hinaus und verbietet Dritten, solche Marken für unähnliche Waren zu registrieren oder zu verwenden, wenn dies Verwechslungen verursacht oder den Wert der Marke verwässert. Dies ist ein zentraler Aspekt des modernen Markenschutz.

Die Anerkennung des Status als bekannte Marke kann nicht nur während des Markenverfahrens und in Fällen zur Bekämpfung von Produktfälschungen beantragt werden, sondern auch in Verfahren wegen unlauteren Wettbewerbs. Diese breitere Anwendbarkeit bietet Unternehmen zusätzliche Wege, um wertvolle Marken zu schützen, die ihren Ruf durch Nutzung und nicht allein durch formale Registrierung erworben haben. Eine umfassende Markenrecherche und -überwachung ist hierbei unerlässlich, um den notwendigen Bekanntheitsgrad nachzuweisen.

Darüber hinaus bieten neue Bestimmungen diplomatische Unterstützung für den Schutz von Rechten im Ausland. Wird die Marke eines chinesischen Unternehmens im Ausland gepiratet, können die inländischen Behörden ihren Status als bekannte Marke innerhalb Chinas bestätigen. Diese offizielle Anerkennung dient als entscheidender Beweis in ausländischen Gerichtsverfahren und hilft dabei, die Bedingungen für chinesische Unternehmen, die global expandieren, sowie für ausländische Firmen, die ihren Ruf im Inland durchsetzen wollen, zu verbessern. Dabei spielen auch Überlegungen zu den Markenüberwachung Kosten eine Rolle, da der Investitionsaufwand für den internationalen Schutz steigt.

Bekämpfung bösgläubiger Praktiken und Täuschung

Ein wesentlicher Teil der Gesetzesnovelle konzentriert sich auf die Bestrafung bösgläubiger Akteure. Das Gesetz führt spezifische Definitionen für bösgläubige Anmeldungen ein, einschließlich Versuchen, Marken zu registrieren, die vorherige Rechte verletzen, oder sich täuschender Praktiken zu bedienen. Verstöße werden mit Geldbußen von bis zu 100.000 chinesischen Yuan (CNY) geahndet.

Das Durchgreifen erstreckt sich auch auf „täuschende Marken" – Marken, die darauf ausgelegt sind, Verbraucher hinsichtlich der Qualität, Handwerkskunst oder Herkunft von Waren irrezuführen. Strafen für solche Täuschungen können das Fünffache des illegalen Umsatzes betragen oder eine feste Geldbuße von 250.000 CNY, falls der Umsatz nicht berechnet werden kann. Unterlassen es die Betroffenen, diese täuschenden Praktiken zu korrigieren, führt dies zur Löschung der Marke, wodurch das Asset vollständig aus dem Portfolio des Verletzers entfernt wird.

Auch Markenagenturen unterliegen einer verschärften Prüfung. Agenturen, die wissentlich Aufträge für bösgläubige Anmeldungen annehmen, tragen eine gesetzliche Haftung. Diese Bestimmung zielt darauf ab, die Lieferkette bösgläubiger Anmeldungen zu unterbrechen, indem Vermittler zur Verantwortung gezogen werden, was wiederum das Volumen frivoler und missbräuchlicher Registrierungen im System reduziert.

Durchsetzungs- und Löschungsmechanismen

Das neue Gesetz ermächtigt die Behörden, Marken wegen Nichtnutzung von Amts wegen (ex officio) zu löschen, nicht nur auf Antrag Dritter. Eine Marke, die drei aufeinanderfolgende Jahre ohne gerechtfertigten Grund nicht genutzt wurde, kann von der Verwaltung gelöscht werden. Dies schafft ein saubereres Register, in dem ruhende Marken legitime Wettbewerber nicht blockieren.

In Verletzungsverfahren hat sich die Beweislast hinsichtlich der Nutzung verschoben. Erhebt ein angeblicher Verletzer den Einwand der Nichtnutzung, kann das Gericht den Markeninhaber auffordern, Nachweise über die tatsächliche Nutzung in den vorangegangenen drei Jahren zu erbringen. Diese Anforderung bekräftigt den Grundsatz, dass Marken funktionale Assets sind, die an den Handel gebunden sind, und keine bloß gehorteten immateriellen Vermögenswerte.

Die Koordination zwischen Verwaltungs- und Justizbehörden wurde verbessert. Fälle, die den Verdacht auf Straftaten begründen, werden unverzüglich an die Sicherheitsbehörden übergeben, während solche, die verwaltungsrechtliche Sanktionen erfordern, an die Vollzugsabteilungen weitergeleitet werden. Dieser optimierte Prozess sorgt für eine schnellere Lösung schwerwiegender Verletzungen des geistigen Eigentums.

Strategische Implikationen für Unternehmen

Für globale Unternehmen, die in China tätig sind, ist die Botschaft klar: Markenportfolios müssen die tatsächliche Geschäftstätigkeit widerspiegeln. Die Ära pauschaler Registrierungen mit minimaler Nutzung geht zu Ende. Unternehmen müssen detaillierte Aufzeichnungen über die Nutzung, Verkaufsdaten und Marketingmaterialien führen, um ihre Rechte zu untermauern.

Die Markenüberwachung bleibt die erste Verteidigungslinie. Angesichts der verkürzten Widerspruchsfrist ist eine Echtzeit-Überwachung neu veröffentlichter Marken unerlässlich. Automatisierte Überwachungsdienste, kombiniert mit lokaler rechtlicher Expertise, können helfen, konfliktträchtige Anmeldungen frühzeitig zu identifizieren und rechtzeitige Widersprüche einzulegen, bevor diese zu eingetragenen Reifen heranreifen. Unternehmen sollten daher prüfen, ihre Marke überwachen lassen zu wollen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.

Der erweiterte Schutz für bekannte Marken bietet ein Sicherheitsnetz für Marken, die ihren Ruf durch Marktpräsenz und nicht nur durch Registrierung aufgebaut haben. Die Erlangung dieses Status erfordert jedoch ein konsistentes, hochwertiges Markenmanagement und den Nachweis einer weit verbreiteten Verbrauchererkennung. Die Analyse der Markenüberwachung Kosten im Verhältnis zum gebotenen Schutz ist hier strategisch wichtig.

Letztendlich gleicht das überarbeitete Gesetz den chinesischen Markenrahmen an globale Standards von Treu und Glauben sowie geschäftlicher Integrität an. Für Unternehmen bedeutet dies mehr Vorhersehbarkeit bei der Durchsetzung und ein geringeres Risiko opportunistischer Markenpiraterie. Der Erfolg wird von einem proaktiven Portfoliomanagement, einer rigorosen Dokumentation der Nutzung und agilen rechtlichen Reaktionen auf die sich entwickelnde regulatorische Landschaft abhängen. Eine professionelle Markenrecherche und -überwachung ist dabei der Schlüssel zum langfristigen Markenschutz.

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