WIPO überarbeitet die Nizza-Klassifikation für 2026

Zusammenfassung

Das Update der Nizza-Klassifikation 2026 der WIPO stuft Waren und Dienstleistungen in allen 45 Klassen neu ein, was Auswirkungen auf Markenstrategien hat und Unternehmen dazu verpflichtet, ihre Anmeldungen anzupassen und auf Konflikte zu achten. Zu den wichtigsten Änderungen gehören die Aufnahme von KI als Dienstleistung in Klasse 42 sowie medizinische Anwendungen in Klasse 5. Marken sollten ihre eingetragenen Rechte überprüfen und aktualisieren, um sie mit dem neuen Rahmenwerk in Einklang zu bringen.

Die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) hat die 13. Ausgabe der Nizza-Klassifikation finalisiert, ein globales System zur Kategorisierung von Waren und Dienstleistungen für die Markeneintragung. Mit Wirkung zum 1. Januar 2026 führt das Update erhebliche Änderungen in allen 45 Klassen ein, was Unternehmen dazu verpflichtet, ihre Markenstrategien zu überprüfen und anzupassen.

Mehrere Waren wurden neu eingestuft, um sie besser ihrem vorgesehenen Zweck zuzuordnen. So befinden sich beispielsweise nicht-smarte optische Erzeugnisse wie Brillen und Kontaktlinsen nun in Klasse 10 statt in Klasse 9, was ihre medizinische Anwendung widerspiegelt. Ätherische Öle sind nicht mehr ausschließlich in Klasse 3 enthalten; Anwendungen in der Aromatherapie und für medizinische Zwecke fallen nun unter Klasse 5. Elektrisch beheizte Kleidungsstücke, ранее in Klasse 11, sind jetzt als tragbare Bekleidung in Klasse 25 eingestuft. Yoga-bezogene Artikel wie Blöcke gehören nun als Sportgeräte in Klasse 28 und nicht mehr in Klasse 9.

Das Update erweitert zudem die Dienstleistungsklassifikationen, um sich entwickelnden Markttrends Rechnung zu tragen. Künstliche Intelligenz (KI) wird nun als Dienstleistung (KIaaS) in Klasse 42 anerkannt – eine entscheidende Aktualisierung für technologiegetriebene Angebote. Flughafenlounges werden unter Klasse 43 geführt, wahrscheinlich aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Premium-Kreditkartenprogrammen, die diesen Service einschließen.

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Die überarbeitete Klassifikation gilt für alle neuen Markenanmeldungen, die ab dem 1. Januar 2026 in Rechtsordnungen eingereicht werden, die das Update übernommen haben. Viele Unterzeichner des entsprechenden Vertrags werden die Änderungen automatisch umsetzen, was eine breite Anwendung sicherstellt. Internationale Anmeldungen, die nach diesem Datum bei der WIPO eingereicht werden, fallen ebenfalls unter den neuen Rahmen.

Markeninhaber und Anmelder müssen ihre Strategien proaktiv anpassen, um mit den überarbeiteten Klassifikationen übereinzustimmen. Die Überprüfung von Beschreibungen, die Aktualisierung von Eintragungen und die Überwachung auf Verwechslungsgefahren sind dabei zentrale Schritte. Die Änderungen können neue Risiken von Markenüberschneidungen schaffen, insbesondere für ähnliche Marken in benachbarten Klassen. Für technologieorientierte Marken ist die Aufnahme von „KIaaS" in Anmeldungen der Klasse 42 unerlässlich. Bestehende Marken erfordern möglicherweise ergänzende Anmeldungen, um diese neue Klassifikation abzudecken.

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